DGPT: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

In der diesjährigen Mitgliederversammlung der DGPT-Jahrestagung wurden Überlegungen vorangetrieben, wie die in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie ausgebildeten KollegInnen verstärkt in die DGPT integriert werden können. Sowohl das Verfahren als auch die ausschließlich in diesem Verfahren ausgebildeten KollegInnen, die bislang bereits affiliierte Mitglieder in der DGPT werden konnten, sollen in der DGPT berufspolitisch stärker verankert und vertreten werden. Dazu sind Änderungen der Aus- und Weiterbildungsordnung und der Satzung der DGPT notwendig.

Vor einiger Zeit hat sich ein Arbeitskreis "Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in der DGPT" gebildet, der schwerpunktmäßig damit beschäftigt ist die Integration zu diskutieren und dazu notwendige Schritte zu entwickeln. Insbesondere geht es dabei um Ausbildungsstandards, die mit den Ausbildungsrichtlinien für Psychologische PsychotherapeutInnen und der Weiterbildungsordnung für ÄrztInnen kompatibel sein sollen, aber dennoch eigene DGPT-Standards darstellen, die eine Aufnahme als Vollmitglied ermöglichen. Für die tiefenpsychologisch fundierte Aus- und Weiterbildung an DGPT-Instituten sind Punkte wie LehranalytikerInnen bzw. LehrtherapeutInnen, Anforderungen an die SupervisorInnen und Selbsterfahrung erarbeitet worden. Die DGPT fordert, dass die Selbsterfahrung als zentraler Punkt mindestens 150 Stunden umfassen soll. Erfahrungsgemäß zeigt sich, dass in der Selbsterfahrung ein tiefgreifendes Verständnis für Übertragungsprozesse erarbeitet und dadurch eine gründlichere Indikationsstellung für PatientInnen und Behandlungen entwickelt wird.

Es gibt einige DGPT-Ausbildungsinstitute, in deren Tradition ÄrztInnen und PsychologInnen beide Verfahren, sowohl die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie als auch die psychoanalytische Aus- und Weiterbildung, absolvieren können. In der DGPT sind ärztliche und psychologische PsychoanalytikerInnen vertreten und mit Integration der Tiefenpsychologie will die DGPT die wissenschaftliche und berufspolitische Vertretung des Verfahrens und dieser Behandlergruppe entsprechend ihrer Tradition und ihres Selbstverständnisses (mit-)übernehmen.

Gabriele Peter

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